BIONICON | Natur-Katastrophe überschattet Sechstausender-Rekord im Himalaya
Natur-Katastrophe überschattet Sechstausender‐Rekord im HimalayaDer Zuger Mountainbiker Claude Balsiger hat als Erster einen Sechstausender im indischen Himalaya komplett befahren. Überschattet wird der Rekord von der Unwetter‐Katastrophe von vergangenem Freitag in Ladakh, die bis jetzt 156 Todesopfer gefordert hat. Das Team um Balsiger und den Fotografen Martin Bissig versucht morgen aus dem Basecamp auf 5300 m ü.M. in die Hauptstadt Leh zurückzukehren. Erste Befahrung eines Sechstausenders im Himalaya Gestern fuhr Claude Balsiger mit seinem Mountainbike bis auf 6002 m ü. M. Dabei sass er 98 Prozent der Strecke im Sattel, weder Tragen noch Schieben des Bikes war erlaubt. Um das zu schaffen, musste er selbst einen Weg durch den Schotter finden und fuhr den Berg schliesslich im Zickzack-Kurs hoch. Oben zwang ihn ein Hagelsturm zur schnellen Rückkehr ins Camp. Starke Unwetter Schon seit gut einer Woche prägen starke Gewitter und anhaltende Regenfälle die Region. Blitzeinschläge und Flüsse mit hohem Wasserstand bedrohten letzte Woche das Camp. Um nicht überschwemmt zu werden, musste das Team sogar einen Fluss umleiten. Solches Wetter ist auch für die einheimischen Begleiter ungewohnt, normalerweise fällt in der Steinwüste Ladakh kaum Regen. Letzter Versuch Angesichts der Katastrophe in Leh überlegten sich Balsiger und Bissig den Rekordversuch sofort abzubrechen. Wegen der schlechten Wetterlage und den zerstörten Strassen verbrachten sie zwei Tage im Camp. Dort entschieden sie gemeinsam mit ihren einheimischen Begleitern, einen letzten Versuch zu wagen und dann die Rückreise nach Leh anzutreten. Ungewisse Rückreise Die Strasse zur Hauptstadt Leh ist teilweise zerstört, es fehlen genaue Infos über ihren Zustand. Das Team besitzt noch genügend Vorräte bis Ende Woche. Am meisten Sorgen machen sich Claude Balsiger und Martin Bissig aber über den Verblieb ihrer Freunde im stark verwüsteten Leh. Sobald sie zurück in Leh sind, werden sie versuchen, die Einheimischen nach allen Kräften zu unterstützen. |